neils
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   Beetle [befreundeter blog]
   Klarmanns Welt [befreundeter blog]
   Le monde d'Albon [befreundeter blog]

http://myblog.de/neils

Gratis bloggen bei
myblog.de





Artikel: Cultural Studies und Grand Thef

Cultural Studies und Grand Theft Auto: San Andreas

Was bietet GTA an?
Das neue GTA spielt in dem erfundenen Bundesstaat San Andreas in den 90er Jahren. Es beinhaltet eine kleine Welt mit drei detaillierten, gr??eren St?dten, malerischen Landschaften und viele unterschiedlichen Charakteren in ?ber 100 Missionen. Im Gegensatz zu seinen Vorg?ngern enth?lt es einige Rollenspielelemente, die es dem/der SpielerIn erlauben ihren Carl Johnsen, genannt ?CJ?, zu kleiden, frisiere, trainieren und t?towieren wie es beliebt, nat?rlich im Rahmen eines afroamerikanischen Gangsters, der sich aus der Unterschicht zum Million?r hoch arbeitet. Die Hauptmissionen mit filmreifen Zwischensequenzen synchronisiert von echten Stars (wie bspw. Will Smith und Ice T) sind zwar eigentlicher Kern des Spiels, denn sie sind regulativ f?r das Freischalten von Nebenmissionen, weiteren Schaupl?tzen und anderen Spielm?glichkeiten k?nnen aber auch nach und nach erledigt werden.

Das Spiel der fast unbegrenzten M?glichkeiten
Der Schwerpunkt ist noch st?rker als bei Vorg?ngerspielen von SpielerInnen beeinflussbar, denn es m?ssen nicht alle Rennen, Trainingsmissionen, Nebenspiele ausprobiert, und was teilweise recht schwierig ist, bestanden werden. Wer Lust hat vor allem das Storytelling zu verfolgen, nicht gerne mit Affenzahn Taxig?ste durch die St?dte zu fahren, kann das ebenso tun, wie mit dem BMX in der Halfpipe fahren oder sich als Zuh?lter verdient machen. So sagen viele SpielerInnen Spa? mache ihnen zu gro?em Teil auch der Geschwindigkeitsrekord durch die Innenstadt, die Verfolgungsjagd mit der zuvor gepiesackten Polizei, die kleine Schie?erei mit der rivalisierenden Gang und nicht zu vergessen die spektakul?ren Massenkarambolagen, selbst wenn diese das Spiel nicht unbedingt weiterbringen, abgesehen von dem bisschen Geld, dass CJ von ?berfahrenen, erschossenen PassantInnen einsammeln kann. Auch wenn ein Computerspiel Grenzen hat, so sind hier die M?glichkeiten ?u?erst gro?. Interessant f?r soziale Theorie ist, was SpielerInnen eher machen: Sich m?glichst korrekt verhalten um keinen unschuldigen virtuellen Personen zu schaden oder nur so aus Spa? mit dem aus der Milit?rbasis geklauten Senkrechtstarter-Jet Lenkraketen auf fahrende Lastwagen zu schie?en.

Und was haben jetzt Cultural Studies damit zu tun?
Eine Grundannahme der Cultural Studies geht davon aus Kultur nicht als Gef?? zu verstehen, das beliebig gef?llt werden kann, sondern sie denkt Kultur (Film, Theater, Comics, Werbung, Computerspiele?) als von Menschen t?glich neu Erschaffenes, stetiger Ver?nderungen durch KonsumentInnen Unterworfenes. Es ist nicht allein die Kulturindustrie (wie sie bspw. T. W. Adorno beschreibt), die Menschen mit gro?er Macht beherrscht, sondern eher sind es die, im marktwirtschaftlichen Sinne, KonsumentInnen, die an der Produktion selbst mitwirken. In diesem Sinne sind KonsumentInnen ebenso ProduzentInnen von Kultur, denn sie nehmen an, lehnen ab, interpretieren, lesen unterschiedlich. An dem was Grand Theft Auto ist wirken also nicht nur Rockstar Games mit, sondern auch alle SpielerInnen.

Aneignung von Computerspielen
Es scheint erst mal einleuchtend zu sagen, Menschen eigenen sich Computerspiele aktiv an, Computerspiele sind per Definition interaktiv, was bei Filmen bspw. noch erkl?rungsbed?rftiger ist. Ganz gleich um welches Medium, welche Art von Kultur es sich handelt, gibt es m?glicherweise eine intendierte Nutzungsweise von ProduzentInnen des Kulturgutes, in welcher Art und Weise dieses Gut benutzt wird liegt in der Hand des produktiven Publikums.
Der soziale und kulturelle Kontext von Menschen ist wichtig in dem sie kulturelle Texte (hier Computerspiele) verarbeiten. Bemerkenswert ist beispielsweise, dass SpielerInnen selber sog. Mod Packs (selbst gemachte Erweiterungen f?r das Spiel) produzieren und damit ihre Alltagswelt einbauen. Mit diesen Modifications (?nderungen am Spiel) kann Carl sich T-Shirts von Metallica anziehen, seinen Low Rider mit dem B?se Onkels Logo bespr?hen und seine Tankstelle hei?t nicht mehr Xoom sondern Esso. Wie im richtigen Leben. Hier fiel besonders ein Video aus, welches ein Spieler gedreht hat um an den 11.September zu erinnern. (http://gta-action.planet-multiplayer.de/forum/thread.php?threadid=22220&sid=e36ea81420733c5f12e0257fcf60d3c1)
Mit diesen Annahmen der kontextualisierten Aneignung steht die Cultural Studies in weitgehendem Widerspruch zu Wirkungsforschungen, die annimmt bestimmte Einfl?sse erzeugen bestimmte Ergebnisse bei Menschen allgemein, lediglich unterschieden in Geschlecht, Alter und dergleichen.

Die politische Komponente
Es bleibt viele zu Untersuchen. Lesarten dieses Spiels sind, wie gesagt, unterschiedlich und ?u?erst variabel. Dort gilt es f?r sich als links verstehende Menschen Lesarten durchzusetzen, die die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche vorantreiben.
Positiv ist hier zu betonen, dass der Protagonist ein Afroamerikaner ist. Leider wird Rassismus nicht thematisiert, was durchaus m?glich gewesen w?re in dem 90er-Jahre-Set des Spiels. Die Genderverh?ltnisse sind allerdings problematisch: Carl Johnsen hat mehrere Freundinnen, die er ausf?hren kann um sie ins Bett zu bekommen. Die Freundinnen haben W?nsche, Carl erf?llt sie. Aktiver und passiver Part sind klar definiert. Trotzdem gibt es eine Frau, ?Catalina?, die Carl total im Griff hat.

Wann kommt das erste Mod raus, wo Carl Nazis erledigen muss?

[Dieser Text ist ausschlie?lich im blog ver?ffentlicht. Auf eure Meinungen bin ich gespannt!]
27.7.05 14:26
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung